Ergebnisse

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Ziele verfolgen, Ergebnisse liefern

Phase II

An dieser Stelle möchten wir Sie über die aktuellen Arbeitsschritte und Zwischenergebnisse der Projektpartner auf dem Laufenden halten. Was gibt es neues? Woran wird gerade gearbeitet? Von Akzeptanzanalysen, Datenloggern, individualisierten Routenplanern, simulierten Fahrten und mehr. Schauen Sie selbst.

Lehrstuhl: Prof. Dr.-Ing. Dieter Schramm

 

Projektleiter: Dr.-Ing. Benjamin Hesse
Fakultät für Ingenieurwissenschaften
Abteilung Maschinenbau und Verfahrenstechnik
Lehrstuhl für Mechatronik

 

Einer der vielen am Projekt colognE-mobil II beteiligten Lehrstühle der Universität Duisburg-Essen ist der Lehrstuhl für Mechatronik. In der Abteilung für Maschinenbau und Verfahrenstechnik arbeitet Herr Benjamin Hesse als Projektleiter mit seinem Team an der Entwicklung individualisierter Fahrzeuge für verschiedene Nutzertypen. Der Schwerpunkt liegt dabei im technisch-wissenschaftlichen Bereich.

Ebenfalls befindet sich am Lehrstuhl für Mechatronik die Smartphone App „UDE-Logger“ in der Entwicklung. Diese ermöglicht es, das Bewegungsprofil eines Nutzers zu erfassen. Die App erfasst unter anderem die Geschwindigkeit und die Beschleunigung des Fahrzeugs und berechnet die gefahrenen Kilometer wie auch die verbrauchte Energie. Außerdem bietet sie eine Suchfunktion nach Ladestationen in unmittelbarer Nähe.

 

Um ein optimales, individualisiertes, batteriebetriebenes Fahrzeug zu entwickeln, werden verschiedenste Fahrsituationen simuliert. Hierzu dient der am Lehrstuhl vorhandene Fahrsimulator, mit dem realitätsnahe Messungen durchgeführt werden können. Die Ergebnisse zeigen u.a. den Kraftstoff- und Energieverbrauch, sowie die Fahrweise des Nutzers auf. Ziel dieser Messungen ist die Entwicklung eines Systems, das den Fahrer darin unterstützt die Fahrzeugnutzung zu optimieren und die Kosten zu minimieren.

Lehrstuhl: Prof. Dr.-Ing. Jürgen Ziegler

 
Fakultät für Ingenieurwissenschaften
Abteilung für Informatik und Angewandte Kognitionswissenschaft
Lehrstuhl für Interaktive Systeme

 

 

Am Lehrstuhl „Interaktive Systeme“ beschäftigt sich Herr Prof. Dr.-Ing. Jürgen Ziegler mit seinem Team mit einer Bedarfsanalyse hinsichtlich intermodaler Navigation unterstützender Informationssysteme. Dies beinhaltet die Entwicklung eines vom Nutzer konfigurierbaren Routenplaners, der die Informationen unterschiedlicher Verkehrsmittel zu bündeln vermag. Ein weiterer Unterschied zu herkömmlichen Navigationssystemen besteht darin, dass Informationen über die Wünsche und Bedürfnisse des Benutzers erfasst werden, so dass eine individuelle und der Situation angepasste Routenführung ermöglicht wird.

Erstellt der Nutzer in der entwickelten Smartphone-Applikation ein persönliches Profil, können individuelle Präferenzen gespeichert werden, z.B. bevorzugte Verkehrsmittel (Auto, ÖPNV, Fahrrad, zu Fuß) oder die maximale Dauer um von A nach B zu gelangen. Vor dem Hintergrund einer zunehmend intermodalen Fortbewegung, d.h. mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln in einem Routenverlauf, soll dies die Entscheidung des Nutzers für die am besten passenden Verkehrsmittel und -optionen unterstützen.

 

Möchte der Nutzer beispielsweise nur wenige Minuten zu Fuß gehen und den Rest seines Weges mit dem ÖPNV, einem geliehenen Auto oder Fahrrad zurücklegen, so wird eine entsprechende Verbindung inklusive Preisangabe empfohlen. Ein weiteres Feature ist die Angabe des CO2-Ausstoßes, sowie des Kraftstoff- und Energieverbrauchs für alle Verkehrsmittel der entstandenen Mobilitätskette, um auch das Umweltbewusstsein des Benutzers anzusprechen. Durch die Integration verkehrsträgerübergreifender Informationen ermöglicht die App dem Benutzer auf diese Weise, eine auf seine Präferenzen bestmöglich abgestimmte Route zu finden, bei der u.a. auch die Nutzung von Elektroautos sowie Car-/Bike-Sharing-Angeboten einbezogen wird.

Lehrstuhl: Prof. Dr. rer. pol. Heike Proff

Lehrstuhl für ABWL & Internationales Automobilmanagement

 

 

Die Arbeit des Teams des am Projekt ColognE-Mobil II beteiligten Lehrstuhls von Prof. Dr. rer. pol. Heike Proff gliedert sich in insgesamt vier Bereiche.


Der erste Bereich beschäftigt sich mit der Analyse der Total Cost of Ownership für Einzelfahrzeuge und Fahrzeugflotten. Dabei steht der Vergleich der Gesamtkosten von Elektrofahrzeugen und Fahrzeugen mit konventionellem Antrieb im Vordergrund. Zusätzlich wird ein onlinebasierter Total Cost of Ownership-Kalkulator entwickelt.

 

Der zweite Bereich beinhaltet die Flotteneinsatz-Optimierung durch die Elektrofahrzeuge. Hier dienen die vorherigen Analysen als Grundlage, sodass ein Optimierungsmodell auf Basis der Total Cost of Ownership in der Fahrzeugflotte hergestellt werden soll. Ziel hierbei ist es, eine kostenminimale Integration von Elektrofahrzeugen in Fahrzeugflotten zu ermöglichen.

 

Desweiteren wird im dritten Bereich an neuen Geschäftsmodellen zum Ausbau der privaten und halböffentlichen Ladeinfrastruktur gearbeitet. Hierzu wurden bereits Fragebögen für Privatkunden und Geschäftskunden entwickelt und verschickt. Die angeschriebenen Privatkunden entstammen der in dem Projekt „DesignStudio NRW“ vorgenommenen Clusterung der elektromobilen Zielkundengruppen und gehören somit zu den Personen, die auf Basis ihrer soziökonomischen Daten und ihrer Fahrprofile für die Nutzung von Elektroautos besonders geeignet sind. Insgesamt wurden 365 Privatpersonen angeschrieben. Die ausgewählten Geschäftskunden setzen sich aus 920 Unternehmen mit Dienstwagenflotten und 1.450 Unternehmen mit kommerziellen Flotten im Raum Köln zusammen. Die Befragung befindet sich derzeit in der Auswertung.

 

Außerdem beschäftigt sich der Lehrstuhl mit Einsatzuntersuchungen für Elektro-Taxis. Im Rahmen des Arbeitspaketes sollen Einsatzmöglichkeiten von Elektro-Taxis und die Akzeptanz dieser sowohl in der Bevölkerung als auch bei Taxiunternehmern und –fahrern untersucht werden. Dazu wurden bereits 340 Taxiunternehmer und –fahrer und 15.000 Haushalte im Raum Köln befragt. Die Befragungen befinden sich derzeit in der Auswertung. Zusätzlich sind momentan iPads in einem Elektro-Taxi und drei konventionellen Taxis installiert, an denen Taxifahrgäste während der Fahrt an einer Befragung teilnehmen können.

 

 

Lehrstuhl: Prof. Dr.-Ing. J. Alexander Schmidt

Fakultät für Ingenieurwissenschaften
Lehrstuhl für Stadtplanung und Städtebau

 

Das Institut beschäftigt sich insbesondere mit der Integration von Elektromobilität im Stadtraum. Dies betrifft neben den eigentlichen Fahrzeugen, ebenso die dafür erforderliche Infrastruktur.

 

Ergebnisse der ersten Phase als Basis

 

Während in der ersten Phase des Forschungsprojektes colognE-mobil noch das private Automobil im Vordergrund stand und unter anderem ein Standortkonzept für die Umsetzung einer bedarfsgerechten Ladeinfrastruktur entwickelt wurde, wird in der zweiten Phase untersucht, wie Elektromobilität in bestehende, umweltfreundlichere Verkehrssysteme integriert werden kann. Das ÖPNV-Netz der Stadt Köln befindet sich jedoch am Rande seiner Leistungsfähigkeit, welches insbesondere die innerstädtischen Bereiche betrifft. Zudem hat der motorisierte Individualverkehr in Köln stark zugenommen. Sharing-Systeme tragen nachweislich zum Umweltschutz und effizienter Mobilität bei, da sie im Verbund mit dem ÖPNV eine kostengünstige und ressourcenschonende Alternative zum konventionellen Pkw bieten. Ein Schwerpunkt des noch zu erarbeitenden Mobilitäts- und Verkehrskonzepts der Stadt Köln im Jahr 2015 soll daher ausdrücklich in der Vernetzung der unterschiedlichen Verkehrsträger liegen.

 

Befragung der Bewohner als Grundlage für Testentwurf für Mobilstation

 

Damit dies gelingt, ist es unabdingbar, die Bedürfnisse der Stadtbewohner zu erfassen und zu berücksichtigen. Dazu wurden in der zweiten Phase des Projektes etwa 300 Passanten an der Haltestelle Köln-Ehrenfeld beispielsweise nach ihren (Elektro)-Mobilitätspräferenzen befragt. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass mehr als 75 % der Befragten Ladeinfrastruktur für Elektroautos und E-Bikes an einer Haltestelle für unabdingbar halten und sich fast 60 % der Befragten eher vorstellen können eine Kombination von Verkehrsmitteln zu nutzen, wenn die Stationen und deren Umfeld funktional & ansprechend gestaltet sind. Interessant ist ebenso, dass rund 40 % der Befragten nicht wussten, dass durch die Nutzung von Fahrzeugen im Rahmen von Carsharing-Angeboten mehr Platz für die Gestaltung und die Qualität des öffentlichen Raums entsteht. Die Ergebnisse der Befragung waren u.a. Grundlage für die Erarbeitung eines Testentwurfs zum Umbau des Bahnhofs Köln-Ehrenfeld zu einem verkehrsmittelübergreifenden Umsteigepunkt mit hoher Aufenthaltsqualität  (Mobilstation).

 

 

 

 

Zukünftige Arbeitsschritte

 

Damit jedoch auch den übrigen Stadtbewohnern eine multimodale Mobilität ermöglicht werden kann, ist ein flächendeckendes Netz an Mobilstationen notwendig. Mobilstationen in unterschiedlichen Größendimensionen bündeln umweltfreundliche Verkehrsmittel wie ÖPNV, Fuß- und Radverkehr sowie (E-)Sharing-Angebote und können verloren gegangene Qualitäten im öffentlichen Raum sichtbar werden lassen. Aufbauend auch auf die Ergebnisse der ersten Phase wird unter Berücksichtigung verschiedener Standortfaktoren ein Standortkonzept für ein in mehrere Ausbaustufen hierarchisiertes System für Mobilstationen in der Stadt Köln entwickelt. Durch eine stadtgestalterisch-räumliche Integration der Elektromobilität wird diese für die Bevölkerung sichtbar und erlebbar. Auf gesamtstädtischer Ebene ergeben sich im Rahmen eines flächendeckenden Netzes an Mobilstationen beträchtliche  Potenziale, was die Erzeugung von regenerativer Energie betrifft.

 

Projektteam: Eva Frensemeier (Eva.Frensemeier@uni-due.de), Jan Garde (Jan.Garde@uni-due.de

Lehrstuhl: Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer
Projektleiter: Dr. rer. nat. Stephan Pabst

Fakultät für Ingenieurwissenschaften
Abteilung Maschinenbau und Verfahrenstechnik
Lehrstuhl für ABWL & Automobilwirtschaft

 

 

Im Projekt ColognE-mobil II ist der Lehrstuhl von Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer für die Arbeitspakete der Nutzerakzeptanz von Elektromobilität und der Geräuschanalysen von Elektrofahrzeugen zuständig. Bietet sich die Gelegenheit, vertritt der Lehrstuhl das Projekt auch in der Öffentlichkeit. So konnte bspw. im Rahmen der Veranstaltung Klimastraße Köln (Organisator Galeria Kaufhof) oder während des alljährlichen CAR Symposiums des Center Automotive Research, der Universität Duisburg-Essen, für das Projekt geworben werden.


Als höchst innovatives Produkt wird das Elektroauto von potenziellen privaten Nutzern noch immer mit vielen Unsicherheiten verbunden. Daher wird neben einer privaten ebenfalls die gewerbliche Nutzung von E-Fahrzeugen als vielversprechender Weg zur Marktdurchdringung gesehen. Um die Alltagstauglichkeit von Elektromobilität zu testen, werden im Rahmen von ColognE-mobil II Unternehmensflotten mit E-Fahrzeugen ausgerüstet, mit dem Hintergrund, die Alltagserfahrungen der Nutzer zu erfassen. Erste Ergebnisse zeigen, dass mehr als die Hälfte der Nutzer von den Elektrofahrzeugen hinsichtlich der guten Beschleunigung und des geringem Geräuschaufkommens überzeugt sind. Die Reichweiten von reinelektrischen Fahrzeugen und die Dauer der Ladevorgänge werden jedoch von mehr als einem Drittel der Nutzer als ungenügend bewertet.

 

Das geringere Geräuschverhalten von Elektrofahrzeugen im Vergleich zum konventionellen Verbrennungsmotor ist ein nicht zu vernachlässigender Aspekt der Nutzerakzeptanz und der Wahrnehmung der E-Mobilität durch die Öffentlichkeit. Die Analysen zeigen eine ambivalente Meinungsbildung der Nutzer zur Geräuschemission. Gut die Hälfte der Befragten empfindet das Geräuschaufkommen von E-Fahrzeugen im Vergleich zum Verbrennungsmotor als angenehmer, was zur Entspannung während der Fahrt beiträgt. Ein Drittel der Befragten äußert jedoch, dass die Geräuschemission als künstlich wahrgenommen wird. Hier zeigt sich ein Zusammenhang. Werden die Fahrzeuggeräusche als künstlich empfunden, ist es wahrscheinlicher, dass sie dem Fahrer unangenehm sind. Zudem verdeutlichen die Analysen bestehende Sorgen. Knapp die Hälfte der Fahrer äußern Bedenken, dass Verkehrsteilnehmer, wie Fußgänger oder Fahrradfahrer, das Elektrofahrzeug überhören könnten. Im Zusammenhang damit steht die Befürchtung selbst ein Elektrofahrzeug im Straßenverkehr zu überhören.